FAQ Moderator

Anmeldungsdatum: 16.09.2004 Beiträge: 82
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HDV Workflow 09.11.2005, 12:51 |
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Hallo liebe Kollegen,
heute möchte ich mal was zum Thema HDV-Workflow anbieten.
Das folgende beruht komplett auf eigenen Erfahrungen und Tests. Die Sachen, die in den Quellen angegeben sind, habe ich an den Geräten nachvollzogen.
Bisher habe ich zwei größere HDV-Projekte abgeschlossen, eins in Kooperation, eine Gruppe von 5 Kurzfilmen, ein alleiniges, ein 60 Min. In der Post befindet sich z. Zt. eine größere Koproduktion.
1. Zur Aufnahme:
Ich habe die Z1 von Sony und bin mit dem Teil wirklich zufrieden. Kleinere Ergonomiemängel, wie das Blendenrad, werde ich demnächst durch kleine Gadgets ergänzen.
In den bisherigen Situationen habe ich die oft beklagten Artefakte so noch nicht entdecken können, also auch Rauch, Wasserfontänen, Feuer sehen eigentlich sauber aus.
Auch die oft angeführten Ruckler sind vielfach meist zu schlappe Abspieltechnik oder schlicht Halbbildfehler, die sich irgendwo in der Post eingeschlichen haben. Oft gezeigte Beispiele konnte ich genauso, also mit falscher Halbbildfolge nachvollziehen.
Zur Kamera selbst: Am Anfang fühlte ich mich oft an F. Astaire's Spruch erinnert: "Entweder die Kamera bewegt sich, oder ich" ;-)
Also, von DV kommend, sollte man Ruhe in die Kamerabewegung bringen, Stativ oder wenigstens Schulterstativ scheinen mir Pflicht. Schwenks können zügig sein, müssen aber sauber ausgeführt werden. Die Kür, eine Glidecam, steht als nächstes auf meinem Einkaufszettel.
Zur Handhabung kann ich für den Einstieg wärmstens die Texte von Christina Fox empfehlen:
http://www.urbanfox.tv/workbooks/sonyz1/index.htm
(besonders 2 u. 3)
Achtet bei Leihgeräten immer auf einen Reset aller Einstellungen, damit Katastrophen, siehe anderer Thread, mit unbrauchbaren Einstellungen vermieden werden.
Den ganzen Cineframe, und Farbisolier - Krimskrams am besten ignorieren.
So was gehört in die Post.
Mit den Picture Profiles sollte man sich auseinandersetzen. Hier gab's ja schon einige Postings und hier
http://www.stevengotz.com/pictureprofiles.htm
gibt's auch gute Anregungen. Aber Vorsicht, manche von denen werden sehr "bunt". Also erst ausprobieren.
2. Capturing
Mit sauber aufgesetztem System und entsprechender Updatemethodik (siehe Wolfgangs Anleitungen), gibt es keine Probleme zwischen Kamera und FCP.
FCP 5 ist natürlich die Voraussetzung.
Das Auswählen der "einfachen Konfiguration" "HDV 1080i50" initialisiert FCP ohne Probleme.
Im "Loggen-Aufnehmen"-Fenster sollte man "Stereo" aktivieren nicht vergessen, so man es denn will.
Die "Start-Stop"-Erkennung funktioniert wie sie soll. Entgegen einigen Berichten kann man auch das ganze HDV-Material in einem Rutsch, also alles in einem Clip, aufnehmen. Ich bevorzuge allerdings mit "Start-Stop".
3. Bearbeitung
HDV erfordert nicht unbedingt High-End-Hardware zur Bearbeitung. Ich benutze einen PM 1.8 DP, 4GB Ram, internes Raid sowie einen G4 DP 1,25 2,5GB RAM.
Auf beiden lässt sich zügig arbeiten.
Natürlich hängt das auch von der weiteren Verarbeitung ab. Zwei Wege gibt's hier:
Man rendert den zu verwendenden Teil des Footage gleich nach unkomprimiert HD (z.B. Blackmagic) und hat High-End alle Möglichkeiten offen, was aber doch recht heftige Investitionen erfordert, HD-Karte, HD-Monitor mit entsprechenden Eingängen, fettes Raid usw.
Die andere Möglichkeit ist, man schneidet, korrigiert etc. in HDV für das Ziel SD-Auswertung, also DVD, Broadcast.
Das fertige HDV wird dann also skaliert und zwar entweder bestmöglich, wie UliP das in den neueren Texten beschrieben hat, hochwertig deinterlacen und dann skalieren, oder in FCP direkt, was immer noch sehr ordentlich aussieht.
Also eine unkomprimierte SD-Sequenz auswählen, 8Bit /10Bit, was da Sinn macht beschreibt Mactrix in den neuen Texten.
Typische Fehler sind, das auf dem Wege sich Halbbildfehler einschleichen, also konsequent immer prüfen, ungerade, oben, odd. Und zwar bis zur letzlichen Komprimierung. Ich habe selbst schon genügend Böcke damit geschossen und war überzeugt, alle Settings seien doch richtig.
Auch muss die unkomprimierte Sequenz VOR dem Einkopieren des Materials auf anamorph gestellt werden, sonst wird es ungewollt schon zu Letterbox und man verliert einen Teil der Auflösung. Hinterher den Haken auf anamorph setzen, bringt nichts, sondern verzerrt nur das Bild.
Wenn man nicht vorher deinterlaced (s.o.), ist die Idee von 7pc, auf 50%, statt der automatisch voreingestellten 53,3% zu skalieren qualitätsfördernd.
Wer keinen HD-fähigen Studiomonitor hat, steht vor dem Problem, wie schaue ich mir das Material eigentlich an. Ein 23" oder 24" TFT-Display ist natürlich erstmal toll und man ist von seiner Arbeit selbst ganz beeindruckt ;-)
Leider kann man auf den erschwinglichen TFT's keine richtige Farbkorrektur machen. Das ist als wenn ich (für SD) einen Fernseher an den Arbeitsplatz klemme.
Man kann dieses Problem folgendermassen umgehen:
Am meinem Schnittplatz ist über Komponente ein JVC TM-H150C Monitor angeschlossen, also was ganz normales. Die HDV-Sequenz wird hier nur als Standbild angezeigt.
Für Farbkorrekturen, skaliere ich die betroffenen Clips in eine unkomprimierte Sequenz, rendere das einmal aus und habe dann im Kontrollmonitor das bewegte Bild, das ich farblich schon mit der HDV-Vorlage vergleichen kann.
Die Farbkorrekturen werden also in der unkomprimierten Sequenz vorgenommen und können zwecks späteren HDV-Masterns, mit Apfel-C und ALT-V auf die originalen HDV-Clips rückübertragen werden. Das funktioniert wirklich hübsch. Ist zwar ein Arbeitsschritt mit Rendern mehr, aber doch preiswerter als die HD-fähigen Geräte.
4.Ausgabe
UliP hat in den neueren Texten sehr viel zu Compressor 2 erarbeitet und Mactrix hat mit dem Zusatzkapitel zum neuen Buch quasi das Handbuch zu Compressor geschrieben, das Apple weitgehend so nicht zustande gebracht hat.
Daher alles zum Weg mit Compressor 2 in diesen Arbeiten.
Nach einiger Enttäuschung mit C2 benutze ich den eigentlich nur noch für Audio.
Für den Videoteil bin ich komplett auf Mainconcept umgestiegen, der zwar noch kleinere Bedienungsmacken hat, aber Superergebnisse liefert.
Kollege Niran hat beim Forumtreffen in Hamburg angeregt, auch für HD-DVD die High-Profilsettings des mcc zu testen.
Fazit:
Man kann mit HDV wirklich sehr ordentliche Ergebnisse erreichen. Das ist nicht nur ein Einstieg in die HD-Welt und in diesem Sinne, wie DV im Laufe der Jahre auch professionell weiterentwickelt und eingesetzt wurde, scheint mir, auch mit HDV kann man diesen Weg gehen.
Soweit erstmal, ich hoffe es war nicht zu langatmig, aber dafür gibt es ja "Apfel <-"
Schöne Grüße
Daniel Chaskel
hier noch der link zum thread:
http://www.finalcutprofi.de/phpboard/viewtopic.php?t=30888 |
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